innen: welt. 2017

Was braucht ein neues Jahr mehr, als: Den Klang, der den Mief des Vergangenen aus den Klamotten stĂŒrmt, streichelt und zupft. Unser siebtes innen: welt. kommt hier.

Vorverkauf

15,00

Nicht vorrÀtig

Die 1 und die 7 sind diesmal unsere innen: welt. Zahlen: Sieben Bands, ein Festival – und das in der siebten Ausgabe am 7.1.17 um 17 Uhr.
…und ohnehin geht es nur um Eins: Echte, wichtige, große, ĂŒberraschende Musik auf die BĂŒhnen am kalten Stadtrand zu bringen. Wir haben Folk und Post-Rock, Gitarren und Synthies zwischen Warschau und Utrecht, Berlin und Regensburg eingesammelt, um dem neuen Jahr mit einem großen Flirren ein musikalisches Zuhause zu bauen.
Tickets gibt es ab sofort fĂŒr 12 Euro. Ab dem 23.12. kostet die Karte 15 Euro – und die ersten sechs innen: welt-Ausgaben waren allesamt ausverkauft! Also nicht zu lange zögern.

Eric Shoves Them In His Pockets (Indie-Shuffle, Warschau)

Alte Weisheit: Die Sonne geht im Osten auf. Rein musikalisch stimmt das immerhin fĂŒr Eric Shoves Them In His Pockets. Wer hĂ€tte denn gedacht, dass in Warschau so federleichte und ganz sachte melancholische Musik gedeiht? Gitarre, Bass, Schlagzeug, die Luft zwischen den Akkorden und der kleine Schalk im Nacken reichen. FĂŒr einen sorgfĂ€ltig verwobenen 3/4-Takt, der vielleicht von ferne an Whitest Boy Alive erinnert und HĂŒften in Bewegung zieht. Auf einen Tanzschritt, wĂ€hrend eben auf der BĂŒhne die Sonne aufgeht, die Gitarren funkeln und der Bass die Linien tollender Morgenvögel nachzieht – und dabei auch die Plattenbauten am Stadtrand und den Schneematsch der Wiesen beleuchtet. “It brings me good memories from a life I never had”, schreibt ein Kommentator auf Youtube. Und genau das ist es vielleicht, auf die eine Weise oder die andere: Mit Eric ist das Leben und Hören immer schön genug fĂŒr ein mitwisserhaft fröhliches und aus dem Handgelenk hingezaubertes Trotzdem.

Mother of the Unicorn (Indie-Pop, Berlin)

Eine Band aus Berlin gehört irgendwie jedes Jahr dazu. Auch diese hier ist eine ganz besondere: Ist nĂ€mlich kein Zufall, dass hier große britische Pop-Schule mitzuschwingen scheint. Mother of the Unicorn wickeln proberaumwarmes Gitarrengeschrappel, strahlende Melodietupfer, halb-digitales Brummen, ungeahnte Hook-Lines und lakonischen Gesang in ein regenblau-hauptstĂ€dtisches Ganzes. Da gibt es nicht mehr viel entgegenzusetzen. Etwas kratzt und treibt um, will in mal unruhig-stoisch-suchende, mal schillernd betrachtende Songs. Und dann ins Hirn. Da bleibt’s dann auch. Denn Mother of the Unicorns EP “Variations” ist mit all den Melodien, dem cleveren Sound und dem Willen zum perfekten Song vielleicht eines der besten StĂŒck Musik einer unbekannten Band im Jahr 2016. Kein Witz. Wer es nicht glaubt, darf einfach reinhören.

The T.S. Eliot Appreciation Society (Indie-Folk, Utrecht)

Achtung, hier kommt was Großes. T.S. Eliot war ein – durchaus umstrittener – Meister der klassischen Lyrik in modernen GewĂ€ndern. Und zumindest dieser schriftstellerische Aspekt passt eigentlich bestens auf Tom Gerritsens “Appreciation Society”. Das Handwerkszeug ist das alte. Aber der Klang und das Innenleben ganz phĂ€nomenal: Folk, der unerwartete Wendungen nimmt. Von brunnentieftraurigen, einsamen Akustikgitarren, bis zu einem Crescendo im kaum verstĂ€rkten Holzinstrument-Gewand. Dazu Texte, die bessere, greifbarere, grĂ¶ĂŸere Geschichten erzĂ€hlen als die gesammelten Songs der deutschen Top 100. Wenn sich unser hollĂ€ndischer Barde dann ganz in seine Lieder wirft, kann kein waches Musikliebhaberherz ungerĂŒhrt bleiben. Denkt an ein paar Songwriter, die ihr liebt. Und dann hört die T.S. Eliot Appreciation Society. Und macht euch darauf gefasst, dass hier mindestens ein neues “Mögen” anfĂ€ngt. Beim innen: welt. spielt die “Society” ĂŒbrigens in dreiköpfiger Bandformation.

Castus (Post-/Math-Rock, BrĂŒssel)

Castus ist eigentlich das Projekt von CĂ©dric Castus, einem irrwitzigen Gitarrenmeister aus dem fernen Belgien. Live spielt er aber mit fĂŒnf weiteren musikalischen Kapazundern – unter anderem aus der Mannschaft von Girls in Hawaii. Und das lohnt sich: Denn das Ergebnis ist ein zerrender Musikstrudel, ein melodischer Wirbelsturm… Genau, gemeint ist: eine Naturgewalt. Aber eben gezĂ€hmt und in so wohl berechnete, wie unberechenbare mathematische BrĂŒche gehetzt. Wer glaubt, “Post-Rock” muss ein langsamer Prozess in Major-Akkorden sein, um Geschichten zu erzĂ€hlen, lernt hier etwas anderes. Castus wĂ€scht mit Tempo, GitarrenlĂ€ufen und etwas Ironie “Last Christmas”-geschĂ€digte Köpfe und Hirne frei – ein Erlebnis in sechsfachem Stereo!

PEACH (Synth-Croon, Kopenhagen)

Vielleicht kennt ihr Peach noch vom letzten innen: welt. – zumindest so vom Sehen her: Peter Skibsted spielt in der Live-Band von she dives. Und er macht selbst eigenwillig-herausragende Musik. Mit seinem Solo-Projekt ergrĂŒndet er die faszinierende Welt der dicken, manchmal schlierigen Synth-Teppiche, des Crooner-Gesangs; der tanzbaren Beats und großen, desillusionierten Lyrics. Da steht dann also ein waschechter Paradiesvogel auf der BĂŒhne, malt die schillernd-dunkelbunte Musikwelt der 80er an die Wand und singt den postmodernen Zynismus der 10er in die Nacht. Ironie? Vielleicht ein Zwinkern – hört selbst. Auf jeden Fall ein faszinierender Trip fĂŒr offene Ohren und Hirne.

AllĂŠnd North (Semi-Acoustic Trip Hop, Traunstein)

Eigentlich ist es bei guter Musik ja ganz egal, woher sie kommt. Dass es bei dieser Band aber so völlig und ganz und gar egal ist, das ist schon erstaunlich: AllĂŠnd North (mit dĂ€nischem “ĂŠ”) sind taufrisch im Chiemgau geschlĂŒpft. Und klingen wie die weiteste aller Musikwelten. Es ist alles zu hören, was Klang elegant macht. Es orgelt dezent elektronisch, es federt der Bass. Eine Stimme mit Soul. Ein Schlagzeug mit Jazz. Und dazu noch die elektrische Gitarre, die das alles selbst fĂŒr uns Indie-Kids ĂŒber eine vertrauenswĂŒrdige Strickleiter erklimmbar macht. Den Jazz und Triphoppige, das rĂ€tselhafter Weise so virtuos aus diesen akustischen Instrument in den Raum wĂ€chst. Es ist Brighton, New York, London. Und es kommt mit 100 Kilometer Anfahrtsweg nach MĂŒnchen. Ein GlĂŒcksfall!

Point Baker (Alt-Country, Regensburg)

Vorhang auf fĂŒr unsere diesjĂ€hrige bayerische Entdeckung. Und es ist schon seltsam, dass die erwachsensten jungen Pop-Schmiede bisweilen ausgerechnet aus der oberpfĂ€lzischen Provinz kommen. So, wie vor drei Jahren bei Cat Stash. Point Baker mögen noch keine 300 Youtube-Clicks gesammelt haben. Aber die Musik hat bisweilen schon das, was so oft bei den kleineren Hypes aus Britannien oder den USA fehlt. NĂ€mlich zusĂ€tzlich zum perfekten Arrangement der Indie-Country-Gitarren auch noch das echte Roadtrip-GefĂŒhl. Nicht als fernes Echo, sondern als greifbarer Wunsch: Jetzt mĂŒde an einer RaststĂ€tte stehen, Kaffee aus Pappbechern nippen und am Horizont Italien oder so heraufdĂ€mmern sehen. Woran das liegt? Vielleicht daran, wie sich die Akkorde tĂŒrmen. Oder am vorsichstlos leidenschaftlichen Gesang. Aber letztlich: Einen Vibe hat man. Oder eben nicht. In der Oberpfalz geht in dieser Hinsicht einiges.

Daten und so: innen: welt. Festival | 07.01.17 | Einlass 17.00 Uhr | Kafe Kult, Oberföhringer Str. 156 | Bus 188 BĂŒrgerpark Oberföhring, Tram 16 Prinz-Eugen-Park | Eintritt: 12 Euro bis 23.12., danach 15 Euro | Bier: 2,50 (Augustiner, Tegernseer, 
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Datum: Samstag, 07. Januar 2017

Einlass: 17:00

Veranstaltungsort: Kafe Kult

Anfahrt: Oberföhringer Str. 156 | Bus 188 BĂƒÂŒrgerpark Oberföhring, Tram 16 Prinz-Eugen-Park