11.01.20 River Into Lake, Tuvaband, Ogino, Paul Ruben, Lakedaimon, Her Tree und Oh No Noh (Kafe Kult)

Festival bleibt unser liebstes Fest.

10x innen: welt seit 2011 – viel Isarwasser ist da M√ľnchens gr√∂√üten Bach hinuntergeflossen. Und Weltgeschichte au√üenrum. Da k√∂nnen die alten Fotos schon mal schwarz-wei√ü wirken. Die gro√üe Realit√§t manchmal seltsamerweise auch. Das beste Mittel dagegen ist immer noch: Musik. In allen Stufen zwischen laut und leise, rot und blau, Synthie und E-Gitarre, Halle und Caf√©. F√ľr den 11. Januar haben wir wieder sieben Meister der Zwischen- und der absoluten T√∂ne eingeladen. Zu Ehren der feinen Antennen. Und eines kleinen Jubil√§ums. Wir freuen uns sehr. Fehlt nur noch: Ihr.

Das innen: welt. Festival 2020 ist ausverkauft, zum zehnten Mal in Folge! Es wird also leider auch keine Abendkasse mehr geben. Wir danken euch f√ľr das Vorschussvertrauen und freuen uns schon auf den Festivalabend!

Diesmal sind unter anderem mit dabei:

River Into Lake (Br√ľssel/Artful Indiepop)

Der gute alte Song – und all das, was an Beunruhigung, Futurismus und Trost darin steckt: Boris Gronemberg hat schon mit Girls In Hawaii und Castus neue Indie-Pfade geschaffen. Jetzt findet er einen neuen Musik-Fluss. Der geh√∂rt zum spannendsten, was das Musik-Jahr 2019 so zu bieten hat. Astreine Pop-Melodien mit Verwandtschaften in den 80ern stehen neben unerwarteten Abgr√ľnden, sch√∂nen Missverst√§ndnissen, erhebenden H√∂hepunkten. Und, vielleicht, einem Klang f√ľr eine diffuse Zukunftsangst: Carry on, carry on. Ganz sch√∂n wichtig. Und ganz sch√∂n sch√∂n.

Tuvaband (Oslo/Humanic Post-Rock)

Tuva ist zun√§chst mal Tuva. Eine junge Frau aus Oslo und die Trauern, gl√§sernen W√§nde und Melancholit√§ten der modernen Welt, der sie eine au√üergew√∂hnliche Stimme leiht: Nebel in den Stra√üen, W√§rme drinnen und ein winterklarer Blick. Und dann aber auch die Band. Die mal in Slowmotion und neuerdings auch in wohltemperiertem Furor den Rahmen aus flatternden Gitarren, elektronischem Teppich und stoischem Drumschlag liefert. Mal Post-Rock, mal intelligente Pop-Variante, mal eine Spur Ambient. Immer jedenfalls: Very human. Das neue Album – “I Entered The Void” – wird ein Hit. Mit Recht. Trust us.

Ogino (Clermont-Ferrand/Math)

Eines der gr√∂√üeren Kunstst√ľcke post-moderner Musik: Ohne Worte alle Blicke und Ohren auf sich zu ziehen. Ogino sind in diesem Sinne gro√üe, wenn auch noch v√∂llig unbekannte K√ľnstler. Ein Bass, eine Gitarre, ein Drumset. Und – pardon: whoa! – was f√ľr ein Sound. Es beginnt mit einem “es ist kompliziert” und verwirrenden Harmonien. Und baut sich immer wieder zu gro√üer Liebe auf: Der Bass knackt ohne zu dr√∂hnen, die Gitarre w√ľhlt sich durch Labyrinthe und findet stets den erl√∂senden Ausguck, die Drums schichten neue Perspektiven und r√ľcken K√∂pfe zurecht. Ein virtuoses Spektakel, ein Fest f√ľr alle Ohren. Ohne Worte.

Paul Ruben (Bernstein/Synth-Electro)

Ausgerechnet aus dem Burgenland, wo sich Fuchs und Hase auf Ungarisch und Deutsch gute Nacht w√ľnschen, kommt dieser fein zusammensynthetisierte Soundtrack f√ľr die Gro√üstadt-Nacht: Mit einem kleinen Turm an Ger√§tschaften zitiert sich Paul Ruben die 80ies, die 00er und das Beste der Zukunft zusammen. Das klingt neu und vertraut zugleich – und reicht vom versonnenen Schwenken des Gin Tonic bis zum entr√ľckten Tanzschritt. Das wird unsere Party 2020.

LAKEDAIMON (M√ľnchen/Unmapped Pop)

#MunichNotMunich hei√üt das kleine Untermotto des innen: welt. dieses Jahr. Und dazu passt wirklich ganz exzellent die Musik von Lakedaimon. Mit Dobr√© hat Band-Mastermind Joe Folk gemacht, der gro√üartig zu M√ľnchen passt. Und so wenig daran falsch ist, so spannend ist dieser neue Dreh: Jazz, Beats, Neonlichtschimmern und ein entr√ľckter Blick auf die (Un)Gewissheiten treffen sich im Sound von Lakedaimon auf einem Stachus, der auch in einer echten Hauptstadt zu finden sein k√∂nnte. Ein satte Expedition ins Bekannte.

Her Tree (M√ľnchen/Organic Electro-Pop)

Faszinierend: Was hier wie Elektro-Pop klingt, ist eigentlich, gewisserma√üen, Natur pur: F√ľr ihr Projekt Her Tree hat Alexandra Cumfe Waldger√§usche aufgenommen und l√§sst die Kabel live in den Sound einer Aloe Vera horchen… Aber nat√ľrlich w√§re das alles bestenfalls eine sch√∂ne Anekdote, wenn das Ergebnis nicht ein spannender Flug durch Klang und Raum w√§re. Es knirscht, raspelt und brummt nicht nur – es klingt auch widerborstig wohl oder weh und verkn√ľpft sich mit den wichtigen Fragen des Menschseins im Jahr 2019. Keine Sorge: Nicht nur den √∂kologischen.

Oh No Noh (Leipzig/Human x Machine x Loop)

Menschen, ihre Maschinen und die Orte, an die sie einander bringen: Bei Oh No Noh beginnt diese Geschichte mit einer E-Gitarre und findet ihr Ziel im sch√∂nsten Widerspruch: Endlose, kosmonautische Klangweiten. Und darin, als Satzzeichen und Unterstreichung das Rattern, Plingen und Klopfen der Mechanik. Wenn Oh No Noh live spielt, sind als kleine Symbionten seine “Da-Da-Machines” dabei – selbstgebaute Helferlein mit scheinbarem Eigenleben. Ein Hingucker, aber vor allem eine fabul√∂se Seltsamkeit. Wenn der menschengeloopte Soundflug durchs Weltall neben dem Chor der Maschinchen steht. Und irgendetwas viel Gr√∂√üeres andeutet.



Daten und so: innen: welt. Festival | 11.01.20 | Einlass 17.00 Uhr | Kafe Kult, Oberf√∂hringer Str. 156 | Bus 188 B√ľrgerpark Oberf√∂hring, Tram 16 Prinz-Eugen-Park | Eintritt: 14 Euro bis 21.12., danach 17,50 Euro | Bier: 2,50 (Augustiner, Tegernseer, ‚Ķ)