13.01.18 Ms. John Soda, Hearts Hearts, AG Form, Coals, Sam Aaron, Great Atlantic, Eyeclimber (Kafe Kult)

Festival ist unser liebstes Fest. Dieses Jahr mit unerhörten, großartigen Bands aus Polen, Österreich, England, Berlin – und von ganz nah am Herzen.

innen welt hören - MĂŒnchen vergessen.

innen: welt. 2018 im Kafe Kult – mit: Ms. John Soda (Weilheimer Schule, MĂŒnchen), Hearts Hearts (Indietronics | Wien), AG Form (Post-Jazzrock | Berlin), Coals (ShyPop | Warschau), Sam Aaron (Live-Coded-Electro | Cambridge), Great Atlantic (Indie | Berlin) und Eyeclimber (Dreambient | MĂŒnchen).

Endlich, Festival.
FĂŒrs innen: welt. holen wir unentdeckte musikalische Welt nach MĂŒnchen – sieben Bands, sieben mal anders: Anders, laut, nah, kompliziert, inspirierend, schwer zu finden. Nur nicht kalkuliert – und wenn doch, dann aber ganz besonders geschickt.
Am Ende soll jede Weihnachtsschokolade geschmolzen sein, jedes „Last Christmas“ aus dem Kopf gewaschen und ein Jahr voller Klang vorausleuchten. Ein Abend Flucht aus MĂŒnchen; hinein in die Welt.
Ehrensache dabei: Ein selbst zusammengeklebter Rahmen, nur fĂŒr diesen Abend. GetrĂ€nke und WĂ€rmendes zu menschlichen Preisen und eine Party zum Abschluss.

Tickets: 14,- Euro bis 20.12. / 17,- Euro ab 21.12. – ab sofort hier. Vorsicht: Die ersten sieben Ausgaben waren allesamt ausverkauft.

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Ms. John Soda (Weilheimer Schule, MĂŒnchen)

innen: welt. ist ein Festival fĂŒr die neuen KlĂ€nge. Aber in diesem Fall auch mal fĂŒr die, die nie aus der Playlist verschwinden. Wir haben gefragt – und sie kommen! Ms John Soda 2018 auf der HallenbĂŒhne. Ein musikalischer Traum zwischen warm und unruhig. Zwei satte BĂ€sse und die Stimme von Steffi Böhm, die zusammen – fĂŒr uns zumindest – schon viele nĂ€chtliche Wege durch die Stadt begleitet haben. Von 2002 bis zum jĂŒngsten Album „Loom“. Ms. John Soda machen Musik wie ein alter Freund mit warmem Herzen und verstörend (selbst-)kritischem Kopf: Nach dem Treffen sieht man anders als vorher. Wir freuen uns darauf, diese Weilheimer Begegnung mit euch zu feiern.

Hearts Hearts (Tronics, Wien):

Als wir mal den Beschluss fassten, stets Anfang Januar mit neuer Musik all das festgeklebte Weihnachtslametta fortzuwaschen… gab’s zwar Hearts Hearts noch nicht. Aber vielleicht hatten wir die Band trotzdem ganz insgeheim im Sinn. Denn Hearts Hearts zĂŒnden musikalisch etwas wie ein kaltes Feuer, das alle Nichtigkeiten aus dem Kopf brennt: Kein Ton, kein Instrument zu viel – und trotzdem laut, abgrundtief, elektrisch, ausgetĂŒftelt und wichtig. So klingt das. Wie ein erholsamer Ausflug an den digitalen Klippenrand. Oder, falls ihr es lieber in unvollstĂ€ndigen musikalischen Assoziationen habt: Radiohead, Alt-J und eine Spur Slut aus der Lookbook-Phase. Ja, so geht das in Österreich auch, ganz ohne SchmĂ€h. Das solltet ihr wissen, fanden wir.

AG Form (Post-Jazzrock, Berlin):

Was ist das fĂŒr eine Band! Goodbye Konvention, auf Wiedersehen Dreiviertel-Takt. Bei AG Form fliegen Gitarrenspuren wie bunte BĂ€nder durch die BĂŒhnenlĂŒfte, der Bass zieht grĂŒblerische und groovige Kreise, das Schlagzeug breakt alle Erwartungen – wer aufmerksam ist, lauscht andĂ€chtig auf die Millisekunde zwischen dem Standard-Timing und dem kunstfertig gesetzten Drumschlag. Ein Moment zum Johlen, wie der Break im Elektro-Club – nur fĂŒr echte Musikliebhaber. Fast schon zum Tanzen ist das manchmal. Und großer, tiefer Spaß.
Gerade erst am 1. Dezember ist AG Forms DebĂŒtalbum „Commons“ erschienen. Auch die „Spex“ kommt nicht ums Tollfinden herum – und entdeckt „ausgeklĂŒgelte Gitarrenfusion, die sich am Klang und Gestus von Postrock orientiert und vor GefĂŒhl und Handwerkskunst förmlich ĂŒberschĂ€umt.“ Amen./Punkt

Coals (Synth-Pop, Warschau):

„ShyRap“, „ColdPop“ oder auch „AmbientPop“ nennen Katarzyna Kowalczyk und Ɓukasz RozmysƂowski ihre Musik. Und was tatsĂ€chlich passiert, irgendwo in diesem skurrilen Stil-Dreieck, klingt eigentlich noch besser. In etwa wie: Den Beat aus dem Radio klauen, die Melancholie aus dem schlesischen Schneematsch. Dazu den heiligen Ernst und ein wenig Ironie (weil Polen eben doch nicht L.A. ist). Und fertig ist eine Mischung, die ziemlich lĂ€ssig, sehr „jetzt“, manchmal sehr sphĂ€risch und immer ziemlich faszinierend ist. Eine Kopfkino-Filmmusik fĂŒr Musikliebhaber. Das kommt gut an: Die Experten von KEXP haben Coals schon zweimal live vorgestellt. Und beim Iceland-Airwaves haben sich Coals viele, viele Freunde gemacht. In MĂŒnchen klappt das sicher auch.

Sam Aaron (Live-Coded-Electronic, Cambridge)

Sowas habt ihr noch nicht gesehen… Man sagt, das Internet habe die musikalischen Produktionsmittel demokratisiert. Oder simpler: Musik machen kann jetzt jeder. Sam Aaron legt fĂŒr das elektronische Tanz-Set nach. Denn unser Mann fĂŒr die Party ist ein VisionĂ€r, sympatisch-cooler Nerd und Cambridge-Dozent: Mit seinem Programm Sonic Pi coded er sein Set live – zum Mitlesen fĂŒr alle. Zum Mittanzen fĂŒr alle. Und Aaron sagt: Mit ein bisschen Übung sogar zum Selbstmachen fĂŒr alle, in aller Welt… So kann sich das also auch anfĂŒhlen, wenn Musik politisch wird. Und sichtbar.

Great Atlantic (Indie, Berlin):

Great Atlantic haben wir im Sommer auf einer Festival-Blumenwiese neben einem plĂ€tschernden Bach kennengelernt. So ein Setting passt gut – ist aber gar nicht zwingend nötig. Denn gesehen haben wir: Drei Wahl-Berliner, die ihrem Bandnamen ehrlich Ehre machen. Mit rĂŒckhaltlos melodiösen Gitarrenlinien, knarzendem Bass, mit Chor-Passagen zum Mitsingen und ĂŒber Zuwinkern justiertes Zusammenspiel. Also, kurz… eine Band aus dem Bilderbuch. Die sich um das große, tote Erbe des Indie gar nicht weiter schert und lieber große Mengen Herz in ihre Songs wirft – eine Art musikalische Umarmung, groß genug fĂŒr einen Moment am Ozean. Das muss manchmal dringend sein.

Eyeclimber (Dreambient, MĂŒnchen)

Das Internet treibt seltsame Dinge. Das merkt man spĂ€testens auf der Suche nach wunderbaren neuen Bands aus MĂŒnchen. MĂŒnchen ist ohnehin eine Stadt des ewigen Suchens… Aber dass die Lösung nun _nur_ im Internet wartet? Dort jedenfalls hat Eyeclimber schon viele Fans. Was kein Wunder ist: Wo Melodien leicht und melancholisch schweben, die Technik wohldosiert knarzt und der Sound nach luftigen KĂŒsten klingt – und nach Bon Iver, zum Beispiel – hören kundige Menschen gerne hin. Und klicken schon mal 134.000 mal auf ein Video eines unbekannten KĂŒnstlers. Das der dann aus MĂŒnchen kommt, den (mit „Dreambient“ akkurat selbstbeschriebenen) Sound ab 2018 auch live auf die BĂŒhne bringen will und bei uns samt Band damit anfĂ€ngt: Ein Traum!

Daten und so: innen: welt. Festival | 13.01.18 | Einlass 17.00 Uhr | Kafe Kult, Oberföhringer Str. 156 | Bus 188 BĂŒrgerpark Oberföhring, Tram 16 Prinz-Eugen-Park | Eintritt: 14 Euro bis 20.12., danach 17 Euro | Bier: 2,50 (Augustiner, Tegernseer, 
) | Ab ca. 0.30 Uhr Party mit DJ Naumative