12.09.14 – Bad Braids, Me & Reas, The King of Cons (verlegt in den Salong)

Und dann doch wieder „drinnen: statt drauĂźen“. Macht aber nichts: Die Kunstakademie bietet das Dach, Bad Braids und King of Cons die leisen Töne und Me & Reas die absolut trockene Folk-Party.

Kein Baum: Aber Kunst in der Akademie.

Bad Braids (Philadelphia)

…eigentlich keine Musik fĂĽr InterkontinentalflĂĽge: Spröde und zerbrechlich ist das Gitarrenspiel Megan Biscieglas; samt Stimme viel zu zart und verzierungsreich, um auf Flughäfen umhergeworfen zu werden. Zumal zwischen den Noten die Gefahr und das DĂĽstere zu lauern scheint – Die ziemlich groĂźe Kunst, die ganze Wahrheit in tönerne Gefäße zu packen. Und die Hörer gleich mit hineinzuziehen.
Trotzdem hat Bad Braids samt Musik den Weg von Philadelphia bis MĂĽnchen gewagt. Normalerweise gibt es ihre Songs als Gelooptes. Bei innen.aussen.raum stattdessen einen seltenen Auftritt ganz ohne Elektronik und Elektrik.

Me & Reas (NĂĽrnberg)

No fear of pop: Denn im besten (wenn auch selteneren) Fall ist Pop auch nur das, was entsteht, wenn viele Menschen etwas Gutes gut finden. FĂĽr Me & Reas – ‚Reas‘ ist ĂĽbrigens Mastermind Andreas Jäger aus NĂĽrnberg – stehen die Chancen am Isarstrand gut. Denn ihren feinen Pop spielen sie auch akustisch mit zehn Händen und fĂĽnf Köpfen in klanglicher Harmonie. Das ergibt einen runden Klang, melodiesatte Refrains. Und sicher einmal mehr ein beeindruckendes Panorama aus Holz, Trommeln, Stimme und dem entscheidenden bisschen Mehr.

King of Cons (MĂĽnchen)

Zum König mit nur einer Gitarre; in München! – ein spannender Versuch. Weil die selbsternannten Könige unserer Stadt sonst mehr Pomp ins Rennen werfen. Und natürlich weil die King(s) of Con(s/vience) zwei waren. King of Cons gelingt mit seiner Gitarre aber trotzdem ein Kunststück, das jenem der beiden Akustikgitarrenzauberer aus dem fernen Norwegen in mancher Weise ähnelt: Dem bezaubernd einfachen Schillern. Der tiefen Ruhe. Der Geschichtenerzählerei, die über nur sechs Saiten noch einmal so eindringlich klingt. Gerade war King of Cons „Bayerische Band der Woche“. Dass auch Münchner Akustigitarrerei so schön klingt, ist eine Entdeckung wert.

Daten und so: drinnen: statt. draußen. | 12.9.2014 | Beginn: 20.00 Uhr | Ort: Salong in der Kunstakademie, Akademiestraße 2-4, U3, U6, Bus 154 Universität | Bier: Gegen Spende | Eintritt: frei |